You may belong to any nation but don’t forget the humanity.
Was mache ich eigentlich in der Zeit, in der ich nicht gerade Paper lese und Beschichtungen auf Glassubstrate adsorbiere… Am Wochenende sind wir meistens unterwegs und davon will ich mal kurz nen Ueberblick geben, was da so geht. Erstmal, faengt so ein Ausflug mit einem Nachtbus an. Ist uebrigens bei ausreichend guter Strassenlage eine einwandfreie Reise- und Schlafmoeglichkeit (bisschen wie im Kinderwagen:D). Mit dem ersten Nachtbus ging es nach Mysore und Dank der guten Strassenverhaeltnisse war es eine recht schlafreiche Nacht (zumindest fuer eine 8h Busfahrt neben einer gespraechigen Polin). In Mysore war dann vor allem Geld ausgeben angesagt, wobei wir auch echt interessante Einblicke auf verschiedene Maerkte hatten und auf einen Berg gestiegen sind, wo ich mehr, in Deutschland verbotene, Zeichen gesehen habe, als ich vermutlich (und hoffentlich was die politische Strömung betrifft) mein restliches Leben sehen werde. Dort konnten wir sogar einen Tempel nicht besuchen, weil soooo viele Menschen angestanden haben. War aber echt kein Problem. Es gibt hier noch mehr Tempel;). Dann haben wir am Sonntag Abend ab 7 (also nach dem Sonnenuntergang) noch richtig entspannte Abendstimmung im komplett erleuchteten Palast mit richtig guter indischer Life Musik (Carnatic Musik) genossen.

Bild von Palast


Und dann sind wir in Hampi erstmals mit wirklich viel Wasser in … naja zumindest fast- Beruerung gekommen. Hampi ist eine alte Ruinenstadt die mal Hauptstadt eines grossen Koenigreiches war. Evtl sogar des ersten Koenigreiches in India. Und dort gab es von einem Fuehrer sooo viele Geschichten:). Die gibt es aber zu Hause. Hier kommt uebrigens auch Hannoman her… ein Affengott:). Und ich habe hier gelernt, dass bei kleinen Strassen echt schlechte Schlafbedingungen im Bus sind, da es mega wackelt und eine stabile (besser nicht Seiten-)Lage sehr notwendig ist fuer nen guten Schlaf.




Ich habe mich ausserdem intensiv mit Schimmel auseinander gesetzt. Meine positiven Gedanken dazu: Ich denke um die Welt und vor allem die Artenvielfalt zu retten muessen wir ganz viele „tote“ oder spaerlich bewohnte Raeume oeffnen und fuer unterschiedlichste Lebensformen nutzbar machen.

Genau das habe ich unfreiwillig gemacht und kaempfe seitdem gegen den Schimmel… In Indien angekommen ist mein Brot mit Kaese nach nur 2 Tagen bereits zum Teil weis angelaufen gewesen. Sollte max bisschen trocken sein. Dann habe ich zu Hause nat nie die Klimaanlage an gemacht, da ich ja irgendwo mal ne Pause nach den tiefgekuehlten Arbeitsraeumen brauchte. Bis ich nach 2 Wochen auf meiner Waschtasche (immer das erste Objekt hier), dann auf Rucksaecken und Taschen und zu meinem grossen Entsetzen auf meinen Jacken, die einsetzende Belebung des Materials miterleben durfte. In diesem durchaus ausgeglichenen Kampf sind dabei meine Kernseife, ein Haende-Desinfektionsspray und die Klimaanlage meine hilfreichsten Verbuendeten:). Auch eine Kartoffelsuppe, die ich nur 1,5 Tage habe stehen lassen, ist ploetzlich sehr agil geworden und hat den Weg aus seinem Behaelter gesucht ung gefunden;).


Und ich bin in der ersten Woche zum professionellen Moskito- und Sandfliegenjaeger augebildet worden. Wie? Learning by doing… Die Moskitos sollen ja allerhand Krankheiten uebertragen koennen und deshalb blieb mir in der Zeit, bevor ich meine Moskitonetze;) hatte nur eine Schutzzone ohne Moskitos einzurichten. In der Zeit habe ich leider annaehernd auf alles was sich bewegt hat, eingeschlagen und erst hinterher gefragt was es eigentlich war. Quasi ein Generalverdacht:( gegen annaehernd Mokitoähnliche Objekte. Das scheint der Grosse Nachteil von Angst (in Richtung Panik) zu sein. Hat sich am Ende der ersten Woche zum Glueck gelegt, was jeden abend ein tiefes Gefuehl der Ruhe in mir ausgeloest hat, einfach ins Bett zu krabbeln und fertig:)

Sonst zeichne ich Open Street Maps weiter und erkunde entsprechend Orte um die weissen Flecken auf meiner Landkarte zu entfernen. Ein bisschen auch um eine Alternative zu Google zu schaffen… Seit ich hier bin wuerde ich mich auch nicht mehr ueber die DSGVO beschweren. Datenschutz… ist hier anders als bei uns. Wenn ich zu einer Vorlesung von einem Dozenten gehe, muss ich ihn um Erlaubnis fragen. Heute war ich das 2. Mal da und da habe ich nat wieder gefragt um hinterher auch noch den Chef unseres Departments/ Institutes um Erlaubnis zu fragen (was für ihn dann gar kein Problem war)… In dem Kurs fuer Doktoranten war uebrigens Anwesenheitskontrolle, genauso wie in jedem Kurs fuer Studenten. Dafuer habe ich gerade wieder gelernt, wie ich meinen Taschenrechner effektiver nutzen kann (Ohho! … ist echt gut!). Auch im Hostel muessen sich die Maedchen per Unterschrift vor 11 zurueck melden und haben die Raeume dann auch nicht mehr zu verlassen. Jungs und Maedels sind natuerlich auch getrennt. Auch fuer uns Jungs … gilt, dass wir bis spaetestens halb 12 im Hostel sein sollen… theoretisch (praktisch ist das wurst). Und irgendwas zu nutzen, wo Wissenschaftliche Dokumente gefaehrdet sein koennten (Rechner, Bibliotheken!!) geht nur mit Erlaubnis und die ist durchaus nicht leicht zu bekommen. An alle Studenten: ich darf die Unibibo der Mediziner (und nur die haben oeffentliche Rechner) nicht nutzen, weil ich am technischen Teil bin… Man geht es uns gut zu Hause:o. Auf der anderen Seite wird alles mit Google Formularen gemacht, soziale Medien sind allgegenwaertig, im Sportcenter habe ich meinen Fingerabdruck, nebst Kopie vom Perso abgegeben (Fingerabdruck als Tueroeffner) und so weiter:(. Ach so, und ob jemand mein Bild irgendwo hochladen darf… :,D Gute Frage… Nein keine Frage, ne Selbstverstaendlichkeit. Dein Bild ist doch auf meinem Telephon… ist das da nicht meins?? Ich glaube ich habe die letzten Jahre ohne FB und WA und co locker in der Zeit aufgeholt, was die durchschnittliche Menge meines Gesichtes im Internet anbelangt. Ich war sogar im Fernsehen, hat mir Pawan dankenswerter Weise mitgeteilt:). Und bei diesem Zeitungsartikel wird ueber einen Mann (namentlich und Herkunft) geschrieben, der mit ner Schweinerei zu fragwürdigem Ruhm gelangt ist…

Es war echt spannend diese andere Lebenart kennen zu lernen und das es echte andere Kulturen gibt, die wir kennen lernen können:). Das sehen hier übrigens nicht alle europäischen Nationen so…
ich vermisse bei der Kommunikation von Regeln, vor allem im Hostel und im Sportcenter die mir geläufigere freundliche Art der Kommunikation von Regeln. Wenig Hallo und Tschüss, auch Danke ist spärlich und um etwas mit „Bitte“ zu bitten ist quasi nicht vorhanden. Was keiner Unhöflichkeit entspringt. Der mir fehlende Gruß wird unterlassen um niemanden beim Arbeiten zu stören (ok, bei den Hostelangestellten war es wirklich reine Unfreundlichkeit (aus meiner Perspektive zumindest- dafür könnte ich die aber immer noch … solange freundlich grüßen bis ich 2 mal was zurück bekomme…:()). Und das bitte ist einfach nicht üblich. Es wird was verlangt und wenn das grad nicht geht wird der andere das schon sagen.
Und ich habe mich Die 2 Wochen vor dieser Woche sehr viel ausgeruht. In der 2. August-woche war mir mal richtig schwindelig (das ich gedacht hab ich fall gleich um… war zum Glück im Office, da sind genug denen das dann auffallen kann) und ich war richtig fertig. Bin auch viel zu Spät auf Arbeit erschienen und nach 2 h wieder ins Bett gekrabbelt. Letztes Wochenende war ich dann auch bisschen krank mit Husten und bisschen Schnupfen. Das geht/ging aber gerade echt vielen so. Auch Einheimischen. Aber diese Woche scheint die Sonne wieder. Auch draußen haben wir in den letzten 2 Wochen bestimmt an 4 Tagen die Sonne mal für ne Weile gesehen. Es hat aber auch gut weiter geregnet. Und es fängt echt oft kurz nach 5 mit regnen an. Zuverlässig wie im Regenwald:D. Gerüchten zufolge bin ich hier in Manipal auch an dem Ort, mit dem zweitmeisten Regen in Indien:D.

So, ich wünsch euch erstmal alles Gute und den nächsten Eintrag werde ich wohl erst zu Hause schreiben können. Aber wir werden sehen:)
Die weißen Flecken auf deiner Landkarte könnten auch vom Schimmel kommen 😀
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