Im letzten Blogbeitrag hab ich ja das indische Englisch mal angesprochen. Dazu noch bisschen was… Auf Arbeit arbeite ich mit 2 Doktoranten in einem Büro. Pawan, mit dem ich arbeiten darf, forscht an der chemischen Variante (SILAR) um Halbleiterbeschichtungen auf Glasträger zu adsorbieren. Prija ist quasi die Bürochefin und forscht mit dem selben Ziel, nutzt dafür allerdings Vakuum um die Materialien zu Verdampfen und diese Dämpfe auf die Glassubstrate aufzutragen.

Für den dargestellten Prozess habe ich am ersten Arbeitstag erstmal eine intensive Grundlageneinheit erhalten. Was da so beinhaltet war, ist im nächsten Abschnitt mal aufgeführt (wahlweise überspringen;)):
Was sind Ionen und wie reagieren sie, Wie unsere Beschichtungen aussehen und wie sie aufgebracht werden (negative auf positive Schichten), Unterschied Leiter – Nichtleiter und dazwischen Halbleiter und deren Elektronenbänder, das meine Arbeit in Touchscreens eingesetzt wird und diese erst möglich macht – eine ungeheuer wichtige Info!! … ist schließlich alles ne Motivationssache;)-, Expo-Zahlen und Arngström = 10^(-10), benötigte Größen (Wellenlänge, f (Hz), Widerstand,…), Lichtspektrum, Lichtgleichung (Transmission+Adhäsion+Reflexion=100%), die von Planck aufgestellte Gleichung zur Strahlung, nach der die Energie umgekehrt proportional zur Wellenlänge ist, Wie ich die Bandlücke beeinflussen kann -dotierung, T Erhöhung, anderen Halbleiter Verwenden, Schichtdicke, aussetzen hochenergetischer Strahlung-, und das die: Wellenlänge(nm)*Bandlücke(eV)=1240 ist, womit nur die adsorbierte Wellenlänge benötigt wird um die Bandlücke zu errechnen.
Diese ganze Erklärung war mit der Zeit ganz gut zu verstehen, da sich Pawan Zeit genommen hat langsam zu reden (Schlüssel zum besseren Verständnis!!!) und ich mich dann dran gewöhnt hatte. So im Alltag ist es aber manchmal echt schwer was zu verstehen, da unglaublich schnell geredet wird, oder vor allem in ländlichen Gebieten Englisch nur wenig bis gar nicht geredet wird. Aber dafür gibt es ja Hände und Füße;). Es gab auch kleinere Komplikationen, wo ich krampfhaft versucht habe in die physikalische Erklärung die gehörte „violence-Gewalt“ einzubauen, bis sich herausgestellt hat, das die „wavelenght-Wellenlänge“ gemeint war. Ansonsten wird auf Arbeit oft karnatakisch gesprochen, was eine von endlos vielen (22 offizielle verschiedenen Sprachen – auf 29 Länder und über 800 verwendeten) Sprachen ist, die sich untereinander auch nicht verstehen.

Jetzt war aber mal ein Spieleabend, wo ich von 5 der einzige war, der 7 Wunder kannte und immerhin 2,7 von 4 haben es verstanden…

Eine weitere aber viel, viel besser verständliche Sprache ist die des Straßenverkehrs. Ja es wird gehupt, aber das ist einfach nur normales miteinander reden:). Es kann gehupt werden, wenn man an ne Kreuzung ran fährt und evtl nicht so viel los ist, es also Verschwendung wäre von vornherein ganz runter zu bremsen. Außerdem beim überholen, nur um anzuzeigen „Hey schau mal in den Spiegel und pass bisschen mit auf (leg mal kurz das Handy weg)“, oder wenn es auf Gebirgsstraßen um uneinsehbare Kurven geht. Wenn kein Hupen zurück kommt muss man schließlich auch nicht bremsen und hat die ganze Straße…

Einfach überall, wo man jmd was sagen will. Ist auch echt einfach dem ganzen zu folgen, weil alle machen, was logisch ist, alle langsam sind!! (das ist hier glaube ich wieder der Schlüssel), und jeder den besten Weg/ die nächste freie Lücke für sich sucht.


Ich liebe diesen Straßenverkehr:D. Der entspricht auch ein bisschen meinem Fahrverhalten in FG mit dem Rad…:D;). Ich würde ihn euch gerne in Bilder packen, aber die geben ihn echt nicht wieder. Dafür sind Videos oder Erlebnisse notwendig. Als ich am ersten Tag über die große Kreuzung in Manipal gegangen bin hatte ich vor Aufregung Schmetterlinge im Bauch, als wäre ich verliebt:D. Hach schön, freut euch auf paar Videos=)

Was noch wichtig ist, es gibt neben vielen Suzuki, ner ganzen Menge Hyundai und einigen Toyota diese TuckTucks.

Das sind die Rickschas hier, mit denen sich die Leute ständig, völlig unnötig kurze Strecken kutschieren lassen:P. Ich laufe lieber, da hab ich auch mehr von den Straßenquerungen. Ich bin auch der Meinung, dass es -besonders Früh, wenn ich munter bin und es hell ist – ungefährlich ist über die Straße zu gehen. Es halten alle an, wenn sich mal jmd verschätzt hat, oder nicht entschlossen genug in die nächste freie Lücke im Verkehr gegangen ist. Es gibt zwar auch andere Meinungen, aber die fahren auch mehr Rickschah:P.
Und zu guter Letzt noch ne Auffahrt, von der Nebenstraße auf die Haupstraße. Die haben echt gute, schlecht wegzuspülende Erde…. mal sehen wie lange noch bei dem Regen und dem Verkehrsaufkommen:P


PS: habe, dank meiner detektivischen Fähigkeiten, herausgefunden, dass die Teigfladen hier Chapati heißen. Dann nenne ich sie jetzt so und danke für Rotti (die auch aus Mais, Reis,… bestehen können). Ich bedanke mich übrigens viel zu oft und habe von meiner Laborleiterin dafür schon einige Ermahnungen bekommen. Versuche es also abzustellen und sollte mir das entgegen meinen Erwartungen gelingen, könnt ihr mir das bitte wieder angewöhnen?
PS: bisher war eine Mailadresse für Kommentare notwendig. Tschuldigung dafür und habe die Einstellung geändert:). Habt euch aber zum Teil echt schöne Adressen ausgedacht;).
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Sehr interessant, deine Beiträge. Übrigens, mit dem Bedanken nervt durchaus auch andere Vorgesetzte. Aber man gewöhnt sich daran. Ich zumindest…. Liebe Grüße Papa
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